Küchenrenovation Basel – ein neues Wohnkonzept über drei Ebenen
Eine Küchenrenovation ist häufig der Ausgangspunkt für eine umfassendere Veränderung der Wohnräume. Gerade in älteren Einfamilienhäusern lohnt es sich, nicht nur die bestehende Küche zu ersetzen, sondern auch angrenzende Räume, Materialien und technische Gegebenheiten in die Planung einzubeziehen.
Bei diesem Projekt in einem Basler Wohnquartier entwickelte INBYKO aus dem ursprünglichen Wunsch nach einer neuen Küche ein zusammenhängendes Gestaltungskonzept für das gesamte Erdgeschoss. Auf rund 120 Quadratmetern wurden Küche, Essbereich, Wohnzimmer, Korridor und Eingangsbereich neu aufeinander abgestimmt.
Die Besonderheit: Das Gebäude besteht aus einem rund 80 Jahre alten Hausteil und einem später ergänzten Anbau. Drei unterschiedliche Raumniveaus, verschiedene Bodenaufbauten und begrenztes Tageslicht im Küchenbereich stellten besondere Anforderungen an die Planung.
Das Ergebnis ist ein ruhiger, hochwertiger Innenraum im nordisch inspirierten Stil, in dem Eichenholz, Naturstein, zurückhaltende Farben und eine sorgfältig entwickelte Beleuchtung die unterschiedlichen Bereiche miteinander verbinden.

Projektdaten
Projekt | Küchenrenovation und Umbau Erdgeschoss |
Standort | Basel, Schweiz |
Objekt | Freistehendes Einfamilienhaus |
Gebäudefläche | ca. 180 m² |
Umgebaute Fläche | ca. 120 m² |
Fertigstellung | 2026 |
Projektart | Küchenrenovation / Innenausbau / Sanierung im Bestand |
Leistungen | Grundriss- und Küchenplanung, Material- und Farbkonzept, Lichtplanung, Detailplanung, Koordination der Gewerke |
Besonderheit | Drei Raumniveaus, unterschiedliche Baukonstruktionen und ein durchgängiges Gestaltungskonzept |

Ausgangslage und Herausforderungen bei der Küchenrenovation in Basel
Die bestehende Küche war rund 25 Jahre alt und in U-Form angeordnet. Besonders die Organisation des Stauraums entsprach nicht mehr den heutigen Bedürfnissen der Bauherrschaft.
Da Hochschränke fehlten, waren nahezu sämtliche Aufbewahrungsmöglichkeiten in den Unterschränken untergebracht. Auch die Kühlgeräte befanden sich im unteren Küchenbereich. Die täglichen Arbeitsabläufe waren entsprechend wenig komfortabel.
Neben einer funktional besseren Küche wünschte sich die Bauherrschaft eine gestalterische Erneuerung des gesamten Erdgeschosses. Ein einheitlicher Bodenbelag, neue Wandfarben, eine überarbeitete Eingangssituation und eine klare, nordisch inspirierte Materialisierung sollten den Wohnräumen eine neue Identität verleihen.
Drei Raumniveaus und unterschiedliche Baukonstruktionen
Eine zentrale Herausforderung lag in der bestehenden Gebäudestruktur.
Das Erdgeschoss erstreckt sich über drei unterschiedliche Höhenniveaus. Eingangsbereich, Küchen- und Essbereich sowie Wohnzimmer sind durch Niveauunterschiede und Treppen miteinander verbunden.
Hinzu kommt, dass der ältere Gebäudeteil teilweise über eine Holzbalkenlage verfügt, während der später entstandene Anbau mit einer Betonkonstruktion und entsprechend anderem Bodenaufbau erstellt wurde.
Diese Unterschiede mussten bei der Erneuerung der Bodenbeläge, den Anschlusshöhen und der technischen Planung berücksichtigt werden.
Auch die bestehenden Wasser-, Abwasser- und Elektroleitungen entsprachen nicht den Anforderungen der neuen Küchenplanung. Ihre Lage und Erschliessung mussten frühzeitig untersucht werden.
Eine weitere Herausforderung war die begrenzte natürliche Belichtung der Küche. Mit nur einem wesentlichen Fenster musste das neue Raumkonzept sicherstellen, dass der Arbeitsbereich ausreichend beleuchtet wird und gleichzeitig offen und grosszügig wirkt.

Unser Lösungsansatz – Küchenplanung als Teil eines Gesamtkonzepts
Für die neue Küchenplanung entwickelten wir zunächst zwei unterschiedliche Entwurfsvarianten. Die erste Lösung sah eine klassische L-förmige Küchenanordnung mit einer freistehenden Kochinsel vor. Die zweite Variante basierte auf einem eigenständigen, zentral im Raum positionierten Küchenkubus. Beide Konzepte wurden hinsichtlich Funktionalität, Stauraum, Lichtverhältnissen und räumlicher Wirkung untersucht und mit der Bauherrschaft besprochen. Nach der gemeinsamen Auswertung fiel die Entscheidung auf die L-förmige Küche mit Kochinsel. Diese Variante ermöglichte eine besonders ausgewogene Verbindung zwischen Arbeitsflächen, Stauraum und Offenheit. Die Kochinsel übernimmt heute eine zentrale Funktion bei der täglichen Küchenarbeit. Gleichzeitig bildet sie einen räumlichen Bezugspunkt zwischen Küche und Essbereich.
Zusätzlicher Stauraum durch die Einbindung des Korridors
Eine wichtige planerische Entscheidung betraf einen angrenzenden Korridor, der ursprünglich ausschliesslich der Erschliessung diente.
Aufgrund seiner grosszügigen Abmessungen erkannten wir hier das Potenzial für zusätzliche Aufbewahrungsflächen. Ein massgefertigter Einbauschrank wurde so in den Korridor integriert, dass er gestalterisch als Fortsetzung der neuen Küche erscheint. Durch die identische Materialisierung entsteht eine visuelle Verbindung zwischen den beiden Bereichen. Die Küche gewinnt dadurch deutlich an Stauraum, ohne dass sämtliche Schränke im eigentlichen Küchenraum untergebracht werden müssen. Zusätzlich kamen platzsparende Pocket-Türen zum Einsatz. Die dafür notwendigen Wandbereiche wurden planerisch angepasst, sodass die Türen im geöffneten Zustand weitgehend unsichtbar bleiben.
Diese Massnahmen zeigen, wie sich vorhandene Flächen durch eine sorgfältige Grundrissplanung effizienter nutzen lassen.

Materialkonzept – Eichenholz und Quarzit für eine zeitlose Gestaltung
Die Bauherrschaft wünschte sich eine zurückhaltende, klassische Gestaltung mit nordischem Charakter. Besonders wichtig war der Einsatz von echtem Holz. Eichenholz wurde deshalb zum prägenden Material des gesamten Innenausbaus. Die Holzoberflächen verleihen der Küche eine warme und natürliche Ausstrahlung. Gleichzeitig schaffen sie einen bewussten Kontrast zu den hellen Wand- und Deckenflächen.
Für die Küchenarbeitsflächen wurde Quarzit gewählt. Das Naturstein-material kommt nicht nur auf den horizontalen Arbeitsflächen zum Einsatz, sondern wurde auch für die Küchenrückwände und Arbeitsnischen verwendet. Durch die konsequente Weiterführung desselben Materials entsteht ein ruhiges und hochwertiges Erscheinungsbild.
Zurückhaltende Farben verbinden Alt- und Neubau
Sämtliche Wandflächen im Erdgeschoss erhielten einen feinen Grauton. Die Farbgebung unterstützt den Charakter des älteren Gebäudeteils und bildet gleichzeitig einen neutralen Hintergrund für die neuen Holzeinbauten.
Decken, Fensterverkleidungen und Heizkörper blieben weiss beziehungsweise wurden entsprechend neu gestrichen. Diese bewusste Differenzierung schafft optische Klarheit und lässt die Fensteröffnungen grosszügiger erscheinen. Im hinteren Küchenbereich wurden vorhandene Spiegel entfernt. Statt einer künstlichen optischen Erweiterung wurde die Wand mit dem Fenster und der Spüle bewusst ruhig gestaltet. Die reduzierten Oberflächen lenken den Blick auf das Tageslicht und lassen die gesamte Küchenzeile leichter wirken.

Lichtplanung – unterschiedliche Lichtstimmungen für Küche und Wohnbereich
Die Beleuchtung spielte bei diesem Projekt eine besonders wichtige Rolle.
Aufgrund der begrenzten natürlichen Belichtung musste die Küche sowohl funktional als auch atmosphärisch sorgfältig ausgeleuchtet werden. Über der Kücheninsel wurden mehrere Spotleuchten angeordnet. Diese sind unterschiedlichen Lichtgruppen zugeordnet und ermöglichen eine flexible Steuerung. Damit kann die Beleuchtung an verschiedene Situationen angepasst werden – vom konzentrierten Arbeiten in der Küche bis zur zurückhaltenden Abendbeleuchtung. Über dem Esstisch wurden neue Deckenauslässe für eine gezielte Beleuchtung vorgesehen.
Integrierte Beleuchtung im Korridor
Eine besondere Lösung entstand beim neuen Einbauschrank im Korridor.
Da dort keine geeigneten bestehenden Anschlüsse für eine klassische Deckenbeleuchtung vorhanden waren, wurde eine längliche Lichtschiene in die obere Blende des Schranks integriert. Sie übernimmt gleichzeitig zwei Funktionen: Sie beleuchtet den Erschliessungsbereich und setzt die neue Schrankfront dezent in Szene. Damit wurde die Beleuchtung nicht als nachträgliches Element ergänzt, sondern direkt in den Innenausbau integriert.

Wichtige Entscheidungen bei der technischen Planung
Neben dem gestalterischen Konzept mussten verschiedene technische Fragen frühzeitig geklärt werden. Besonders wichtig war die neue Erschliessung der Küche mit Wasser, Abwasser und elektrischen Anschlüssen. Die Leitungsführung wurde unter Einbezug des Unter-geschosses geplant. Auch die elektrische Versorgung der Kochinsel erforderte eine frühzeitige Abstimmung mit dem Bodenaufbau und den beteiligten Fachunternehmen. Weitere Entscheidungen betrafen die Lichtsteuerung sowie die Auswahl und Positionierung von Schaltern, Tastern und Steckdosen. Diese Details wurden sowohl hinsichtlich ihrer technischen Funktion als auch ihrer gestalterischen Einbindung betrachtet. Bei einem hochwertigen Innenausbau sind es häufig gerade solche Schnittstellen, die darüber entscheiden, ob ein Entwurf später konsequent umgesetzt werden kann.
Umsetzung und Zusammenarbeit – Umbau im Bestand
Die Realisierung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Handwerksunternehmen. Zu den ausgeführten Arbeiten gehörten unter anderem die Erneuerung der Bodenbeläge, bauliche Anpassungen, neue Sanitär- und Elektroinstallationen, Gipser- und Malerarbeiten sowie die Fertigung der massgefertigten Kücheneinbauten. Eine besondere Aufgabe bestand darin, die Bauarbeiten über die drei unterschiedlichen Raumniveaus sinnvoll zu organisieren. Durch die Aufteilung in mehrere Etappen konnten einzelne Arbeiten parallel ausgeführt werden. Dadurch liessen sich die Abläufe effizient koordinieren.
Unvorhergesehenes bei der Sanierung berücksichtigen
Wie bei vielen Umbauten im Bestand wurden einzelne konstruktive Gegebenheiten erst nach dem Rückbau der alten Küche sichtbar.
So mussten kleinere Wandbereiche während der Ausführung angepasst werden. Besonders sorgfältig war dabei vorzugehen, da sich auf der gegenüberliegenden Seite einer betroffenen Wand ein Badezimmer mit einer grossen Spiegelfläche befand, die erhalten bleiben musste.
Auch eine bestehende dreistufige Treppe zwischen Wohnzimmer und Küchenbereich wurde erneuert. Die bisherige Oberfläche wurde zurückgebaut und durch neue Trittstufen aus massivem Eichenholz ersetzt.
Da die darunterliegende Konstruktion vor dem Öffnen nicht vollständig bekannt war, mussten die baulichen Gegebenheiten während der Umsetzung geprüft werden. Trotz dieser Herausforderungen verlief die Realisierung ohne grössere Unterbrüche.

Ergebnis – mehr Wohnqualität durch einheitliche Innenarchitektur
Mit der abgeschlossenen Küchenrenovation präsentiert sich das Erdgeschoss heute als zusammenhängender Wohnbereich.
Die unterschiedlichen Raumniveaus bleiben als architektonische Besonderheit des Gebäudes erhalten. Gleichzeitig werden sie durch die einheitliche Materialisierung, Farbgebung und Lichtführung wesentlich stärker miteinander verbunden. Die neue Küche bietet deutlich mehr Stauraum und komfortablere Arbeitsabläufe. Die L-förmige Anordnung mit Kochinsel schafft grosszügige Arbeitsflächen und lässt den Raum offener wirken. Besonders der neue Korridorschrank zeigt, dass zusätzlicher Stauraum nicht zwingend innerhalb der Küche geschaffen werden muss.
Die Kombination aus Eichenholz, Quarzit und zurückhaltenden Wandfarben vermittelt eine warme, ruhige Atmosphäre. Die differenzierte Beleuchtung verbessert sowohl die Funktionalität als auch die Aufenthaltsqualität.
Für die Bauherrschaft sind insbesondere die neue Küchenanordnung, die Grösse der Arbeitsbereiche und die ausgewählten Holzoberflächen wichtige Qualitäten des fertigen Projekts.


Fazit – Küchenrenovation Basel als ganzheitlicher Umbau
Diese Küchenrenovation in Basel zeigt, dass der Austausch einer bestehenden Küche weit über die eigentliche Möblierung hinausgehen kann. Die grösste Qualität entstand durch die gemeinsame Betrachtung von Küche, Korridor, Eingangsbereich, Wohnzimmer und den unter-schiedlichen Gebäudekonstruktionen. Durch eine frühzeitige Grundrissplanung, eine konsequente Materialisierung und die koordinierte technische Umsetzung konnte aus einem funktional überholten Erdgeschoss ein zeitgemässer Wohnbereich entstehen. Das Projekt verdeutlicht zugleich, wie sich der Charakter eines bestehenden Einfamilienhauses erhalten und mit einer neuen, zurückhaltenden Innenarchitektur verbinden lässt.
Erkenntnisse aus diesem Projekt
1. Küchenplanung beginnt beim gesamten Grundriss.
Die Integration des Korridors ermöglichte zusätzlichen Stauraum und eine bessere Organisation der Küche.
2. Unterschiedliche Baukonstruktionen müssen früh untersucht werden. Besonders beim Bodenaufbau und bei der Leitungsführung können Altbau und spätere Erweiterungen unterschiedliche Anforderungen stellen.
3. Ein einheitliches Materialkonzept verbindet Räume.
Eichenholz, Quarzit und zurückhaltende Farben schaffen trotz unterschiedlicher Raumniveaus eine zusammenhängende Gestaltung.
4. Beleuchtung sollte Bestandteil der Innenarchitektur sein.
Die integrierte Lichtschiene im Korridorschrank ist ein Beispiel dafür, wie funktionale und gestalterische Anforderungen gemeinsam gelöst werden können.
5. Eine frühzeitige Koordination reduziert spätere Anpassungen.
Die Einbindung der beteiligten Gewerke bereits während der Planung hilft, technische Herausforderungen zu erkennen und Bauabläufe effizient zu gestalten.

Warum dieses Projekt für Bauherren interessant ist
Viele Einfamilienhäuser wurden im Laufe der Jahrzehnte erweitert, umgebaut oder technisch verändert. Dadurch entstehen häufig unterschiedliche Bodenaufbauten, Raumniveaus und Installationssituationen, die bei einer Renovation berücksichtigt werden müssen. Dieses Referenzprojekt zeigt, weshalb es sinnvoll ist, vor einer Küchenrenovation nicht ausschliesslich die neue Küchenform festzulegen.
Eine professionelle Grundriss- und Innenausbauplanung untersucht auch angrenzende Räume, vorhandene Installationen, Lichtverhältnisse und mögliche zusätzliche Nutzungsflächen. Dadurch können Lösungen entstehen, die bei einer isolierten Küchenplanung möglicherweise unberücksichtigt bleiben. Im vorliegenden Projekt wurde beispielsweise der Korridor zu einem wichtigen Bestandteil des Stauraumkonzepts. Gleichzeitig konnten die unterschiedlichen Wohnbereiche durch Materialwahl und Beleuchtung zu einer gestalterischen Einheit zusammengeführt werden.
Für Bauherren bedeutet eine solche Vorgehensweise nicht automatisch eine höhere Investition. Entscheidend ist vielmehr, das vorhandene Budget gezielt einzusetzen, technische Risiken frühzeitig zu erkennen und die einzelnen Massnahmen aufeinander abzustimmen. Gerade bei älteren Liegenschaften kann eine sorgfältige Konzeptphase deshalb einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Wohnqualität leisten.

