Innenausbau Basel
- inbyko
- vor 2 Tagen
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Neue Erschliessung im Museum durch eine integrierte Treppe
Einleitung
Wie verbindet man zwei eigenständige Ausstellungsebenen innerhalb eines Museums, ohne die bestehende Architektur zu beeinträchtigen, die Flexibilität der Ausstellungsflächen einzuschränken oder die gesetzlichen Anforderungen an Brandschutz und Sicherheit zu verletzen?
Vor dieser Herausforderung stand ein Museum in Basel. Zwei übereinanderliegende Ausstellungsflächen mit jeweils rund 400 Quadratmetern sollten zukünftig direkt miteinander verbunden werden. Ziel war es, Besuchern einen zusammenhängenden Rundgang zu ermöglichen und die Ausstellungserfahrung wesentlich zu verbessern.
Die Umsetzung erfolgte während einer Sommerpause des Museums. Innerhalb von nur zwei Monaten musste die neue Erschliessung geplant, koordiniert und realisiert werden. Das Ergebnis ist eine hochwertige Treppenanlage, die sich selbstverständlich in die bestehende Architektur einfügt und heute als zentrales Element der Ausstellungsräume wahrgenommen wird.

Innenausbau Basel für Treppen
Vor dem Umbau waren die beiden Ausstellungsgeschosse lediglich über das öffentliche Treppenhaus miteinander verbunden. Besucher mussten die eigentliche Ausstellung verlassen, um das zweite Geschoss zu erreichen.
Insbesondere bei grösseren Ausstellungen führte dies zu mehreren
Nachteilen:
Unterbrechung des Besucherflusses
eingeschränktes Ausstellungserlebnis
erschwerte Orientierung
fehlende räumliche Verbindung der beiden Ebenen
Gleichzeitig waren die vorhandenen Museumsräume sehr flexibel nutzbar. Die neue Treppe durfte diese Flexibilität nicht beeinträchtigen.
Hinzu kamen erhebliche technische Anforderungen:
bestehender Massivbau
grosser Deckendurchbruch notwendig
Brandschutzanforderungen
Fluchtwegsituation
Absturzsicherung
begrenztes Zeitfenster von nur zwei Monaten
Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass die neue Treppenanlage wie ein bestehender Bestandteil des Gebäudes wirken sollte. Die Intervention sollte sichtbar, aber nicht dominant sein.

Unser Lösungsansatz als Innenarchitekten
Im Mittelpunkt der Planung stand die optimale Positionierung der Treppe.
Zahlreiche Varianten wurden untersucht, um eine Lösung zu finden, welche:
möglichst wenig Ausstellungsfläche beansprucht
zukünftige Ausstellungen nicht einschränkt
einen natürlichen Besucherfluss erzeugt
Tageslicht optimal nutzt
Besonders wichtig war die Ausrichtung der Treppe im Innnenausbau auf ein bestehendes Fenster. Dadurch entsteht beim Aufstieg eine attraktive Blickbeziehung nach aussen und gleichzeitig eine natürliche Belichtung der Erschliessung.
Die Treppe wurde bewusst als ruhiges architektonisches Element konzipiert. Statt eines auffälligen Objekts sollte sie sich selbstverständlich in die bestehende Architektur integrieren.

Materialisierung und Gestaltung der Treppe
Ein wesentliches Ziel war die hochwertige und langlebige Materialisierung.
Die gesamte sichtbare Treppenkonstruktion wurde mit Eiche verkleidet. Die Holzoberflächen schaffen Wärme und verleihen dem öffentlichen Raum eine hochwertige Ausstrahlung.
Die Konstruktion kombiniert verschiedene Materialien:
Eichenverkleidungen
Brandschutzaufbauten aus Gips- und Fermacellplatten
Stahlrahmenkonstruktionen
Glasflächen
tapetierte Wandbereiche
Durch diese Materialkombination entsteht ein zurückhaltender, aber hochwertiger Innenausbau.
Besonderes Augenmerk lag auf der Integration der brandschutztechnischen Anforderungen. Notwendige Brandschutztüren wurden so integriert, dass sie im Alltag kaum wahrgenommen werden.

Lichtkonzept bei Treppen
Da die Treppenanlage innerhalb eines bestehenden Gebäudes realisiert wurde, spielte das Lichtkonzept eine wichtige Rolle.
Die Platzierung in Fensternähe ermöglicht einen natürlichen Tageslichteinfall. Ergänzend wurden verschiedene künstliche Lichtquellen integriert:
punktuelle Spots
indirekte Beleuchtung
LED-Lichtbänder unter den Trittstufen
Dadurch entsteht eine gleichmässige und sichere Ausleuchtung.
Die Beleuchtung erfüllt nicht nur funktionale Anforderungen, sondern unterstützt auch die räumliche Inszenierung der Treppe.
Wichtige Entscheidungen im Innenausbau
Eine der wichtigsten Entscheidungen betraf den Deckendurchbruch.
Gemeinsam mit Statikern und Ingenieuren wurde untersucht:
Grösse des Ausschnitts
notwendige Verstärkungen
Tragfähigkeit der Konstruktion
Auch die Dimensionierung der Tragkonstruktion war entscheidend. Die Treppe musste grosse Besuchergruppen und Schulklassen sicher aufnehmen können. Darüber hinaus wurden bereits in einer frühen Projektphase folgende Punkte geklärt:
Brandschutzanforderungen
Fluchtwegkonzepte
Geländerhöhen
Absturzsicherungen
kantonale Vorgaben
Diese frühzeitige Abstimmung war ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts.

Umsetzung & Zusammenarbeit
Die Realisierung erfolgte während einer rund zweimonatigen Schliessungsphase des Museums.
Folgende Gewerke waren beteiligt:
Baumeister
Ingenieur
Gipser
Schreiner
Metallbauer
Maler
Bodenleger
Baureinigung
Die Koordination der verschiedenen Beteiligten im Innenausbau stellte hohe Anforderungen an die Planung. Besonders kritisch war die präzise Erstellung des Deckendurchbruchs. Viele Elemente mussten parallel geplant und vorproduziert werden, um den engen Terminplan einzuhalten.
Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglichte einen reibungslosen Ablauf und eine termingerechte Fertigstellung.

Ergebnis & Mehrwert
Heute verbindet die neue Treppe die beiden Ausstellungsebenen zu einer zusammenhängenden Museumslandschaft. Die Vorteile sind deutlich spürbar:
verbesserter Besucherfluss
höhere Aufenthaltsqualität
bessere Orientierung
neue Ausstellungsmöglichkeiten
Aufwertung der gesamten Fläche
Besonders gelungen ist die Integration in die bestehende Architektur. Die Treppe wirkt nicht wie ein späterer Einbau, sondern wie ein selbstverständlicher Bestandteil des Gebäudes.
Auch die Materialisierung trägt wesentlich zum hochwertigen Erscheinungsbild bei. Die Eichenverkleidung vermittelt Wertigkeit, Langlebigkeit und eine angenehme Haptik.

Fazit
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Innenarchitektur, technische Planung, hochwertige Materialisierung und die Expertiese eines Innenarchitekten zusammenwirken können.
Die Verbindung zweier Ausstellungsebenen stellte hohe Anforderungen an Brandschutz, Statik, Terminplanung und Gestaltung. Durch die frühzeitige Einbindung aller relevanten Fachplaner konnte eine Lösung entwickelt werden, die funktional, architektonisch und wirtschaftlich überzeugt.
Für uns als Innenarchitekturbüro ist dieses Projekt ein Beispiel dafür, wie sorgfältige Planung komplexe Rahmenbedingungen in hochwertige und langfristig funktionierende Lösungen übersetzen kann.


